
Hygienische Brauereiprozesslinien
Euroflow GmbH Alfa Laval Master Distributor / Vertragshändler für Mittel- und Süddeutschland
Hygienische Brauereiprozesslinien sind miteinander verbundene Systeme aus Kreiselpumpen, Wärmetauschern, Separatoren, Ventilen, Tankreinigungseinheiten und Steuerungskomponenten, die das Produkt von den Rohstoffen bis zum abgefüllten Bier fördern, erhitzen, kühlen, klären und reinigen. Jede produktberührende Oberfläche muss hygienischen Designanforderungen entsprechen, damit CIP-Zyklen alle inneren Geometrien ohne manuelle Demontage erreichen können. Produktionsingenieure, die neue Anlagen spezifizieren oder bestehende Linien modernisieren, finden auf dieser Seite den vollständigen Anlagenumfang – vom Sudhaus bis zur Abfüllung.
Die Bierproduktion gliedert sich in einen Heiß- und einen Kaltbereich. Der Heißbereich umfasst Maischen, Läutern, Würzekochen und Würzekühlung; der Kaltbereich deckt Gärung, Lagerung, die Bierfiltration, Karbonisierung und Abfüllung ab. Temperaturbereiche, Druckklassen und CIP-Chemie unterscheiden sich zwischen diesen Zonen erheblich. Edelstahlgüten wie 1.4404 (316L) sind Standard für produktberührende Bauteile, während EPDM- und Silikondichtungen je nach Temperaturbelastung und den eingesetzten Reinigungschemikalien ausgewählt werden.
Euroflow ist Alfa Laval Master Distributor für Süddeutschland mit Niederlassungen in Baden-Württemberg und Bayern. Das Unternehmen liefert Alfa Laval Prozessanlagen für den gesamten Brauereibetrieb – von LKH-Kreiselpumpen und Plattenwärmetauschern zur Würzekühlung über Toftejorg-Tankreinigungsköpfe und Brew-Separatoren zur Klärung bis hin zur Aldox Mini Wasserentgasungsanlage und der KZE-Kurzzeiterhitzungsanlage. Da keine zwei Brauereien identisch arbeiten, legt Euroflow die Ausrüstung individuell nach Durchsatz, Rohstoffprofil und Nachhaltigkeitszielen der jeweiligen Brauerei aus – anstatt eine Standardkonfiguration anzuwenden.
Product tour
Ausrüstungstypen in einer hygienischen Brauereiprozesslinie
Eine hygienische Prozesslinie für Brauereien ist kein einzelnes Produkt – sie ist ein System aus verschiedenen Ausrüstungskategorien, von denen jede eine andere prozesstechnische Herausforderung löst. Die folgende Tabelle fasst die Hauptkategorien, ihre definierenden technischen Merkmale und die Prozessphasen zusammen, in denen sie basierend auf dem Kernportfolio von Alfa Laval typischerweise spezifiziert werden.
| Gerätekategorie | Technisches Hauptmerkmal | Primäre Prozessphase |
|---|---|---|
| Hygienische Kreiselpumpen | Schonende Produktförderung; CIP-fähige Dichtungen | Würzetransfer, Biertransfer, CIP-Vorlauf |
| Drehkolbenpumpen | Scherarme Förderung viskoser Medien | Hefeernte, Trubreinigung |
| Plattenwärmetauscher | Hohe thermische Effizienz; Mehrsektionsdesign | Würzekühlung, Pasteurisierung |
| Tankreinigungsköpfe | 360°-Sprühbild; selbstreinigendes Design | Innenreinigung von FV, BBT, CIP-Tanks |
| Scheiben- und Doppelsitzventile | Vermischungssichere Trennung; pneumatische Betätigung | Produktführung, CIP-Isolation |
| Separationsmodule | Tellerzentrifuge; kontinuierliche Klärung | Heißwürzeklärung, Jungbierklärung |
| Entgasungs- und KZE-Anlagen | Sauerstoffentfernung; Wärmerückgewinnung bis zu 92 % | Wasseraufbereitung, Kurzzeiterhitzung |
Pumpen: Kreiselpumpen und Drehkolbenpumpen
Kreiselpumpen bewältigen den Großteil der Flüssigkeitstransfers in einer Brauerei – Würze, Bier, Wasser und CIP-Chemikalien. Im Euroflow-Sortiment ermöglichen Modelle wie die LKH-10/163 den Produkttransfer mit einer Leistung von bis zu 200 hl/h gegen 3 bar. CIP-Vorlaufkreisläufe nutzen oft Standard-Kreiselpumpen wie die SolidC-2/170, die für bis zu 300 hl/h bei 2,5 bar ausgelegt ist. Der CIP-Rücklauf stellt eine andere Herausforderung dar: Da die Rücklaufleitung teils leerlaufen kann, ist eine selbstansaugende Pumpe erforderlich. Die LKH Prime 20 wurde speziell für diese Sauganforderung entwickelt und fördert bis zu 250 hl/h Reinigungsmedium gegen 2,5 bar.
Die Hefeernte erfordert eine spezielle Handhabung. Erntehefe ist eine hochviskose Suspension. Eine Drehkolbenpumpe wie die Optilobe 12 bewältigt diese Aufgabe mit 10 hl/h gegen 2 bar. Sie bietet die für empfindliche Hefekulturen notwendige scherarme Leistung und ist gleichzeitig voll CIP-fähig.
Wärmetauscher: Würzekühlung und Pasteurisierung
Plattenwärmetauscher in Brauereianwendungen decken unterschiedliche Betriebsbereiche ab. Ein M6-MBASE Würzekühler kühlt 80 hl/h heiße Würze (98 °C) mittels Kühlwasser (6 °C auf 82 °C) auf Anstelltemperatur (11 °C) ab. Im Gegensatz dazu arbeitet ein Kurzzeiterhitzer (KZE-Anlage) unter Druck, um das Bier zu stabilisieren. Das KZE-System unterstützt Kapazitäten von 20 bis 50 hl/h, erreicht Pasteurisierungstemperaturen von bis zu 78 °C und erzielt eine Wärmerückgewinnung von ca. 92 %. Hochdruckgestelle wie das M6-MFHC sind für karbonisierte Getränke bis 18 bar ausgelegt.
Tankreinigung, Ventile und Separation
Tankreinigungssysteme der Toftejorg-Linie decken verschiedene Größenordnungen ab. SaniMicro-Köpfe eignen sich für kleine Behälter (0,5–10 hl) mit einem Reinigungsradius von 0,6 m, während SaniMidget-Einheiten Tanks bis zu 100 hl bedienen. Große Gärtanks (150–5.000 hl) erfordern 3D-Zielstrahlreiniger wie den TJ 20G oder TJ 40G, die bei Drücken von bis zu 12 bar arbeiten, um eine vollständige Benetzung zu gewährleisten. Für die Produktführung bieten Unique Seat Clean Doppelsitzventile eine vermischungssichere Trennung zur Vermeidung von Kreuzkontaminationen. Separationsmodule – die Brew 20 für 4–15 hl/h und die Brew 80 für 10–50 hl/h – ermöglichen eine kontinuierliche Klärung von Würze und Bier ohne manuelle Filterhilfsmittel.

Nachhaltigkeit und Kosteneinsparungen gehen bei Euroflow Hand in Hand
Alfa Laval Produktlinien im Überblick – Zuordnung zu Brauereiprozessstufen
Jede Stufe des Brauprozesses stellt spezifische Anforderungen an Materialverträglichkeit, Druckbeständigkeit und Hygienestandards. Die nachfolgende Tabelle ordnet konkrete Produkte den jeweiligen Prozessstufen auf Basis standardmäßiger technischer Konfigurationen zu. Einen umfassenderen Überblick darüber, wie diese Systeme zusammenwirken, bietet das Alfa Laval Produktprogramm – es deckt über das Mastervertriebsnetz alles ab, von handwerklichen Kleinbrauereien bis hin zu großen kommerziellen Anlagen.
| Prozessstufe | Produkt / System | Technische Spezifikation |
|---|---|---|
| Würzekühlung | M6-MBASE Wärmetauscher | 80 hl/h; 98 °C auf 11 °C |
| Würzeklärung | Brew 20 Separator | Durchsatz 4–15 hl/h |
| Hefepropagation | Carlsberg Kolben | 25 l Nettovolumen; Sterilisation |
| Gärung | Iso-Mix IM-15 | Bis 1.000 hl; Tankmischung |
| Bierstabilisierung | Alfa Laval KZE-Anlage | 20–50 hl/h; 92 % Wärmerückgewinnung |
| Wasserentgasung | Aldox Mini | 10–40 hl/h; < 0,02 ppm O₂ |
| CIP-Vorlauf | SolidC-2/170 Kreiselpumpe | 300 hl/h bei 2,5 bar |
| Produktführung | Unique Seat Clean Ventil | Vermischungssicher; EPDM-Dichtungen |
Der Heißbereich: Würzeverarbeitung und Belüftung
Würze, die den Sudkessel mit ca. 98 °C verlässt, muss vor der Gärung gekühlt werden. Ein M6-MBASE Plattenwärmetauscher übernimmt diese Aufgabe, indem er die Wärme in den Kühlwasserkreislauf überträgt und so Energie für nachgelagerte Prozesse zurückgewinnt. Im Anschluss an die Kühlung entfernen Separationsmodule wie der Brew 20 oder Brew 80 Heißtrub und Partikel. Für die erste Hefekultivierung bietet der Carlsberg Kolben eine sterile Laborumgebung (25 l Nettovolumen) für die Reinzuchtvermehrung vor der Überführung in größere Tanks.
Die Wasseraufbereitung ist entscheidend für die Erhaltung des Geschmacksprofils. Das Aldox Mini System entgast Wasser auf einen Restsauerstoffgehalt von unter 0,02 ppm. Dadurch wird Oxidation bei nachfolgenden Misch- oder Spülvorgängen verhindert. Die Brauwasserqualität muss eng kontrolliert werden – in der Regel ist ein pH-Wert zwischen 6,5 und 7,5 sowie eine Härte zwischen 50 und 150 mg/l als CaCO₃ erforderlich, um enzymatische Effizienz und Hefegesundheit zu gewährleisten.
Der Kaltbereich und die Abfüllung
In Gär- und Lagertanks sorgt der Iso-Mix IM-15 Tankmischer für eine Homogenisierung in Tanks bis 1.000 hl. Diese einzelne Einheit ermöglicht Aufkarbonisierung, Entgasung und Reinigung und arbeitet bei Drücken zwischen 2 und 12 bar. Nach der Hauptreifung werden Separationsmodule zur Jungbierklärung eingesetzt, um Hefezellen zu entfernen und die Endstabilität zu verbessern. Soll das Produkt eine längere Haltbarkeit erhalten, ermöglicht die KZE-Anlage die Kurzzeiterhitzung (Flashpasteurisierung) mit einem Durchsatz von bis zu 50 hl/h bei Temperaturen bis zu 78 °C.
Die Integration eines CIP-Systems in den Brauereiprozess erfordert Hochleistungsvorlaufpumpen und selbstansaugende Rücklaufeinheiten. Die SolidC Kreiselpumpe liefert den für die Leitungsgeschwindigkeiten erforderlichen robusten Durchsatz von 300 hl/h, während LKH Prime Kreiselpumpen belüftete Rücklaufmedien fördern. In der Produktführung stellen Unique Seat Clean Ventile durch ihr vermischungssicheres Design die Prozesssicherheit sicher, indem sie das Vermischen von Reinigungsmedien mit dem Bierstrom verhindern.
Ingenieurprinzipien und Betriebskonzepte für Brauereiprozesslinien
Eine hygienische Brauerei-Prozesslinie setzt Komponenten voraus, die Totzonen ausschließen und eine vollständige Reinigbarkeit gewährleisten. Werkstoffe wie 1.4404 (316L)-Edelstahl sind für produktberührende Teile Standard und werden mit EPDM- oder Silikondichtungen für chemische Beständigkeit kombiniert. Pumpen liefern die Antriebskraft sowohl für die Produktion als auch für die Reinigung. Kreiselpumpen wie die LKH-Baureihe nutzen hocheffiziente Konstruktionen für den Transfer niedrigviskoser Produkte; Motoroptionen wie 4,0-kW-Einheiten von ABB ermöglichen den Betrieb mit Frequenzumrichter. Für hochviskose Medien wie Erntehefe bewältigt die Drehkolbenpumpe Optilobe 10 hl/h bei 2 bar, ohne Zellschäden zu verursachen.
Die thermische Behandlung erfolgt in der Regel über Plattenwärmetauscher. Diese Geräte nutzen gewellte Platten, um Turbulenz zu erzeugen und den Wärmeübergang zu maximieren. Bei der Würzekühlung lässt sich die Würze damit rasch von 98 °C auf 11 °C abkühlen. Bei der Kurzzeiterhitzung muss das System das Bier auf einer definierten Temperatur (max. 78 °C) halten, um Mikroorganismen abzutöten, bevor es schnell abgekühlt wird – dabei wird die Wärmeenergie oft zu bis zu 92 % durch rekuperative Wärmezonen zurückgewonnen.
Wesentliche Auswahlkriterien für Brauereisysteme
Die Auswahl richtet sich nach Durchsatz, Druck und Medieneigenschaften. Eine Brauerei muss Pumpen auf die erforderliche Strömungsgeschwindigkeit von 1,5 m/s für eine wirksame CIP-Turbulenz auslegen. Vorlaufpumpen müssen hohe Volumenströme liefern (z. B. 300 hl/h), während Rücklaufpumpen die beim Entleeren von Behältern typischen Luft-Flüssigkeits-Gemische fördern müssen. Tankreinigungsköpfe sind auf das Tankvolumen abzustimmen: Für Gärtanks über 150 hl sind rotierende 3D-Zielstrahlköpfe (TJ-Baureihe) erforderlich, um die notwendige Aufprallkraft zum Entfernen von Hefering-Ablagerungen zu erzielen; kleinere Tanks können mit rotierenden Sprühköpfen (SaniMidget) gereinigt werden.
CIP und Hygienekonzepte
Eine wirksame Reinigung folgt einem strukturierten fünfstufigen CIP-Zyklus. Dieser stellt die Entfernung von Proteinen, die Auflösung mineralischer Ablagerungen und eine abschließende Sterilisation sicher.
| Prozessschritt | Medium | Konz. (%) | Temp. (°C) | Zeit (min) | Strömungsgeschwindigkeit (m/s) |
|---|---|---|---|---|---|
| Vorspülung | Wasser | — | Umgebungstemperatur | 5 | 1,5 |
| Laugenreinigung | Natriumhydroxid | 1,5 | 75 | 20 | 1,5 |
| Zwischenspülung | Wasser | — | Umgebungstemperatur | 5 | 1,5 |
| Säurereinigung | Salpetersäure | 0,8 | 65 | 15 | 1,5 |
| Abschlussspülung | Wasser | — | Umgebungstemperatur | 10 | 1,5 |
Mikrobiologische Qualitätskontrolle
Die Überprüfung erfolgt durch routinemäßige Probenahme. Dadurch werden potenzielle Kontaminationen frühzeitig im Drucktank (BBT) oder in der Abfülllinie erkannt.
| Probenahmepunkt | Zielparameter | Warngrenze | Eingreifgrenze | Häufigkeit |
|---|---|---|---|---|
| BBT | GKZ | 50 KBE/ml | 100 KBE/ml | Wöchentlich |
| BBT | Milchsäurebakterien | 1 KBE/ml | 5 KBE/ml | Wöchentlich |
| Abfülllinie | GKZ | 10 KBE/ml | 50 KBE/ml | Täglich |
| Spülwasser | GKZ | 0 KBE/100 ml | 10 KBE/100 ml | Je Zyklus |
HACCP und Wasserqualitätskontrollen
Kritische Kontrollpunkte (CCP) konzentrieren sich auf biologische und chemische Gefährdungen. So stellt HCP-01 sicher, dass die Laugenreinigung 70 °C erreicht, um lebensfähige Mikroorganismen abzutöten, während HCP-02 die Leitfähigkeit beim Abschlussspülen überwacht, um chemische Rückstände auszuschließen (Grenzwert < 20 µS/cm). Die Qualität des Brauwassers ist ebenso entscheidend und erfordert tägliche pH-Messungen (6,5–7,5) sowie wöchentliche Härtekontrolle (50–150 mg/l als CaCO₃).
| HACCP-Eintrag | Schritt | Kritischer Grenzwert | Überwachung | Häufigkeit |
|---|---|---|---|---|
| HCP-01 | Laugenreinigung | 70 °C, 20 min, 1,5 % NaOH | Datenlogger | Je Zyklus |
| HCP-02 | Abschlussspülung | Leitf. < 20 µS/cm; pH 6,8–7,2 | Inline-Messgerät | Je Zyklus |
| HCP-03 | Abfüllung | GKZ < 10 KBE/ml im Produkt | Plattentest | Täglich |
| HCP-05 | Brauwasser | pH 6,5–7,5; GKZ 0/100 ml | Labortest | Täglich/Wöchentlich |
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