Die Gärtemperatur bei Lagerbier bezeichnet das enge thermische Fenster – typischerweise 7–12 °C –, das aufrechterhalten wird, während untergärige Hefe Würzezucker in Alkohol und Kohlendioxid umwandelt. Die Einhaltung dieses Bereichs unterdrückt unerwünschte Nebenprodukte wie Diacetyl und Schwefelverbindungen und verleiht Lagerbieren ihren charakteristisch sauberen, frischen Geschmack. Bereits eine Abweichung von zwei bis drei Grad kann den Hefestoffwechsel in Richtung buttriger oder schwefeliger Fehlaromen verschieben und eine gesamte Charge beeinträchtigen.
Viele Brauer stellen früh fest, dass die Einhaltung dieser Temperatur keine einzelne Thermostateinstellung ist. Es handelt sich um ein koordiniertes Zusammenspiel mehrerer Ausrüstungskategorien: Plattenwärmetauscher, die Würze von Kochtemperatur auf Anstelltemperatur kühlen, hygienische Pumpen, die Glykol durch die Tankmäntel zirkulieren, Ventile, die den Durchfluss an jedem kritischen Punkt regulieren, CIP-Systeme, die die Gärintegrität zwischen den Chargen schützen, sowie Tellerseparatoren, deren Trennleistung direkt davon abhängt, wie stabil die Gärtemperatur im vorgelagerten Prozess war.
In diesem Artikel betrachten wir den Brauprozess aus der Perspektive der Temperaturkontrolle – von der Wissenschaft hinter jedem einzelnen Grad über die Ausrüstung, die für Stabilität sorgt, bis hin zur praktischen Wartung, die die gesamte Kette zuverlässig hält.
Die wichtigsten Punkte auf einen Blick:
- Der ideale Gärtemperaturbereich für Lagerbier liegt bei 7–12 °C.
- Abweichungen riskieren Fehlaromen durch Diacetyl (buttrig), Schwefel und Fuselalkohol.
- Plattenwärmetauscher kühlen die Würze von ca. 80 °C auf Anstelltemperatur herunter.
- Hygienische Pumpen gewährleisten eine stabile Glykolzirkulation, um Temperaturgradienten in den Tankmänteln zu verhindern.
- Regel-, Mischsicherheits- und Absperrventile steuern den Glykoldurchfluss an fünf kritischen Punkten rund um jeden Gärtank.
- CIP-Hygiene und die Leistung des Tellerseparators hängen beide von einer konsistenten vorgelagerten Temperaturkontrolle ab.
So funktioniert es: Warum jedes Grad zählt
Lagerhefe (Saccharomyces pastorianus) gedeiht am unteren Ende des Gärspektrums. Bei 7–12 °C arbeitet ihr Stoffwechsel langsam und sauber und erzeugt nur minimale Ester und Fuselalkohole. Genau diese zurückhaltende Aktivität verleiht Lagerbieren ihren geschmeidigen, ausgewogenen Charakter – und macht sie gleichzeitig so empfindlich gegenüber Temperaturdrifts.
Verschiedene Bierstile erfordern sehr unterschiedliche Gärfenster, jedes mit einem eigenen Risikoprofil für Nebenprodukte. Die folgende Tabelle vergleicht fünf gängige Stile.
| Bierstil | Gärtemperaturbereich (°C) | Wichtigstes Nebenprodukt-Risiko der Hefe | Geschmacksauswirkung bei Temperaturabweichung |
|---|---|---|---|
| Lager | 7–12 | Schwefel und Diacetyl | Buttriges oder schwefeliges Fehlaroma |
| Ale | 16–22 | Ester-Ungleichgewicht | Übermäßig fruchtiger oder lösemittelartiger Charakter |
| Weizenbier | 17–23 | Isoamylacetat-Überschuss | Künstliche Bananennote dominiert |
| Belgian Saison | 25–35 | Phenolische Überproduktion | Scharfe, würzige oder medizinische Noten |
| India Pale Ale | 18–22 | Fuselalkoholbildung | Heißer, alkoholischer Abgang |
Beachten Sie, dass Lagerbiere das engste und kälteste Fenster einnehmen. Je niedriger die Gärtemperatur, desto langsamer verstoffwechselt die Hefe vicinale Diketone (VDK) wie Diacetyl. Fällt die Temperatur im Tank zu früh unter 7 °C, kommt die Hefeaktivität zum Stillstand, bevor sie das Diacetyl resorbieren kann, und ein buttriger Beigeschmack verbleibt im fertigen Bier. Steigt die Temperatur über 12 °C, nehmen Schwefelverbindungen und höhere Alkohole sprunghaft zu.
Außerdem ist es wichtig zu verstehen, dass die Lagergärtemperatur keine flache Linie ist. Sie folgt einem dynamischen Profil: Anstelltemperatur am unteren Ende des Bereichs, ein kontrollierter Anstieg während der aktiven Gärung, eine kurze Diacetylrast einige Grad über der Hauptgärtemperatur und anschließend ein rasches Abkühlen in Richtung Reifung. Jede Phase erfordert ein präzises thermisches Management.
Bereits eine Abweichung von zwei bis drei Grad kann den Hefestoffwechsel in Richtung buttriger oder schwefeliger Fehlaromen verschieben und eine gesamte Charge beeinträchtigen.
Plattenwärmetauscher: Präzise Würzekühlung
Der erste kritische Temperaturübergang findet unmittelbar nach dem Sudkessel statt. Die Würze verlässt den Kessel nach dem Kochen bei ca. 80 °C und muss so schnell wie möglich auf Anstelltemperatur gebracht werden – je nach Bierstil zwischen 8 und 20 °C. Eine langsame Kühlung verlängert das Zeitfenster, in dem die Würze warm genug für Verderbnisorganismen, aber zu heiß für die Brauhefe ist.
Plattenwärmetauscher übernehmen diese Aufgabe. Ihr gewelltes Plattendesign maximiert die Wärmeübertragungsfläche auf kompaktem Raum und leitet die Würze auf der einen Seite und ein Kühlmedium – Kaltwasser oder Glykol – auf der anderen Seite im Gegenstromprinzip. Dadurch wird die Würze in einem einzigen Durchgang oder, bei bestimmten Konfigurationen, in zwei Stufen (Vorkühlung mit Wasser, anschließende Feinjustierung mit Glykol) auf Zieltemperatur gebracht.
Die folgende Tabelle zeigt die vier Prozessstufen, in denen Plattenwärmetauscher eine entscheidende Rolle spielen, sowie die Konsequenzen mangelnder Präzision in jeder Stufe.
| Prozessstufe | Zieltemperatur (°C) | Kühlmedium | Konsequenz bei Ungenauigkeit |
|---|---|---|---|
| Würzekühlung nach dem Kochen | 80 bis Anstelltemperatur | Kaltwasser oder Glykol | Hefeschock oder Kontaminationsrisiko |
| Einstellung der Anstelltemperatur | 8–20 je nach Bierstil | Glykol | Falscher Gärbeginn |
| Korrektur während der Gärung | Stilabhängig | Glykol | Abweichung bei Aromaverbindungen |
| Abkühlung nach der Diacetylrast | 3–5 über Gärtemperatur | Glykol | Rest-Diacetyl im fertigen Bier |
Bei der Bewertung der Leistung von Plattenwärmetauschern für Brauereianwendungen sind die wesentlichen Parameter die Annäherungstemperatur (die Differenz zwischen der austretenden Würzetemperatur und der eintretenden Kühlmitteltemperatur), die Plattenanzahl (die die gesamte Wärmeübertragungsfläche bestimmt) und die Strömungsführung (Einpass- versus Mehrpassbetrieb). Ein korrekt dimensionierter Tauscher erreicht die Ziel-Anstelltemperatur in einem Durchgang, ohne sie zu unterschreiten – ein Unterschreiten kann die Hefe schocken und den Gärbeginn verzögern.
Alfa Laval Plattenwärmetauscher gehören zum Prozesstechnik-Portfolio, das wir bei Euroflow vertreiben, und sind für die hygienischen Anforderungen des Brauprozesses konzipiert.
Hygienische Pumpen: Stabile Glykolzirkulation
Sobald die Würze angestellt ist und die Gärung beginnt, übergibt der Plattenwärmetauscher die primäre Temperatursteuerung an den Glykolkühlkreislauf. Gekühltes Glykol zirkuliert durch Mäntel, die an der Außenseite des Gärtanks angeschweißt sind, und absorbiert die von der Hefe erzeugte Wärme. Die Pumpe, die diesen Kreislauf antreibt, kommt nicht direkt mit dem Bier in Berührung – doch ihre Leistung wirkt sich unmittelbar auf die Bierqualität aus.
Jede Unterbrechung oder Schwankung im Glykoldurchfluss erzeugt Temperaturgradienten im Tank – Zonen, in denen die Hefe einer anderen Temperatur ausgesetzt ist als dem Sollwert. In einem hohen zylindrisch-konischen Gärtank kann bereits eine kurze Durchflussunterbrechung dazu führen, dass der Konus mehrere Grad wärmer ist als der obere Mantel, was die Nebenproduktbildung in der hefedichtesten Region des Tanks verzerrt.
Jede Unterbrechung oder Schwankung im Glykoldurchfluss erzeugt Temperaturgradienten im Tank – Zonen, in denen die Hefe einer anderen Temperatur ausgesetzt ist als dem Sollwert.
Die folgende Tabelle beschreibt die fünf Anforderungen, die eine Pumpe im Glykolkreislauf erfüllen muss, um eine zuverlässige Lagergärtemperatur-Steuerung zu gewährleisten.
| Parameter | Anforderung | Auswirkung auf die Gärtemperatur-Steuerung |
|---|---|---|
| Durchflusskonstanz | Stabil und kontinuierlich | Verhindert Temperaturgradienten im Tank |
| Druckbeständigkeit | Für Systemdruck ausgelegt | Vermeidet Durchflussunterbrechungen während Kühlzyklen |
| Hygienekonformität | Vollständige CIP-Kompatibilität | Verhindert mikrobielle Kontamination des Prozesses |
| Scherempfindlichkeit | Schonendes Design mit geringer Scherung | Schützt die Hefe-Vitalität in angrenzenden Kreisläufen |
| Materialverträglichkeit | Produktberührte Teile aus Edelstahl | Verhindert chemisches Auslaugen in den Glykolkreislauf |
Kreiselpumpen sind die typische Wahl für Glykolkreisläufe, da sie bei moderater Förderhöhe einen hohen Durchfluss mit gleichmäßigem, pulsationsfreiem Förderstrom liefern – genau das stationäre Verhalten, das für gleichmäßige Manteltemperaturen am Gärtank erforderlich ist. Die Alfa Laval LKH-Serie hygienischer Kreiselpumpen ist für diese Anforderungen konzipiert: mit produktberührten Teilen aus Edelstahl, vollständiger CIP-Kompatibilität und Konfigurationen, die ein breites Spektrum an Systemdrücken und Durchflussanforderungen abdecken. Technische Details finden Sie auch auf der Produktseite der Alfa Laval LKH Kreiselpumpe.
Bei Euroflow unterstützen wir Brauereien bei der Auswahl der richtigen Pumpengröße und des passenden Laufradtyps für ihren spezifischen Glykolkreislauf, damit der Durchfluss über die gesamte Lebensdauer der Anlage stabil bleibt.
Ventilsteuerung: Durchflussregelung am Ausgangspunkt
Eine Pumpe kann Glykol lediglich zirkulieren – sie kann nicht entscheiden, wie viel davon jeden einzelnen Tankmantel erreicht, wann überschüssiger Durchfluss umgeleitet wird oder wie ein einzelner Gärtank vom Kühlkreislauf isoliert wird. Diese Entscheidungen obliegen den Ventilen – und in einem typischen Glykolsystem einer Brauerei steuern fünf verschiedene Regelpunkte das thermische Verhalten jedes Gärtanks.
| Regelpunkt | Ventilfunktion | Temperatursensitivität | Konsequenz bei Ausfall |
|---|---|---|---|
| Glykoleinlass zum Tankmantel | Reguliert das Kühlflussvolumen | Hoch | Unkontrollierter Temperaturabfall oder -anstieg |
| Glykolrücklauf | Steuert die Rückflussrate | Mittel | Thermisches Ungleichgewicht über die Tankhöhe |
| Bypassregelung | Leitet überschüssigen Glykoldurchfluss um | Mittel | Unterkühlung des Gärtanks |
| Not-Absperrung | Isoliert den Tank vom Kühlkreislauf | Hoch | Vollständiger Verlust der Temperaturkontrolle |
| Zonenisolierung | Trennt einzelne Tankkreisläufe | Hoch | Kreuzkontamination thermischer Zonen |
Drei der fünf Regelpunkte weisen eine hohe Temperatursensitivität auf. Das Glykoleinlassventil ist wohl das kritischste: Es moduliert das Volumen an gekühltem Glykol, das in den Mantel eintritt. Ein Regelventil an dieser Position ermöglicht eine proportionale Dosierung – es öffnet sich während der aktiven Gärung schrittweise bei steigender Wärmelast und schließt sich wieder, wenn der Tank seinen Sollwert erreicht. Mischsicherheitsventile (Doppelsitzventile) übernehmen die Zonenisolierung und stellen sicher, dass der Glykolkreislauf eines Gärtanks nicht den eines anderen kontaminiert. Not-Absperrventile müssen bei Ausfall eines Sensors oder Reglers sofort reagieren, um den Tank zu isolieren.
Das Alfa Laval Ventilportfolio deckt alle fünf Regelpunkte ab. Wir liefern Ventile für hygienische Prozesse sowie Regel- und Rückschlagventile, und unser Team unterstützt Sie dabei, den richtigen Ventiltyp – Regelventil, Mischsicherheitsventil oder Absperrventil – für jede Position in Ihrem Glykolsystem auszuwählen.
Kurzübersicht: Fünf Ventil-Regelpunkte für die Glykolsteuerung
- Glykoleinlass zum Tankmantel – reguliert das Kühlflussvolumen; Ausfall verursacht unkontrollierten Temperaturabfall oder -anstieg.
- Glykolrücklauf – steuert die Rückflussrate; Ausfall erzeugt thermisches Ungleichgewicht über die Tankhöhe.
- Bypassregelung – leitet überschüssigen Glykoldurchfluss um; Ausfall führt zur Unterkühlung des Gärtanks.
- Not-Absperrung – isoliert den Tank vom Kühlkreislauf; Ausfall bedeutet vollständigen Verlust der Temperaturkontrolle.
- Zonenisolierung – trennt einzelne Tankkreisläufe; Ausfall birgt das Risiko einer Kreuzkontamination thermischer Zonen.
Cleaning in Place: Schutz der Gärintegrität
CIP wird häufig ausschließlich als Hygienemaßnahme betrachtet, doch seine Auswirkung auf die Gärtemperatur-Steuerung ist ebenso real. Ein Tank, der organische Rückstände oder mikrobielle Kontamination in die nächste Charge überträgt, gärt nicht vorhersagbar. Verderbnisorganismen konkurrieren mit der Brauhefe, erzeugen eigene Stoffwechselwärme und produzieren unvorhersehbare Nebenprodukte – all das verändert das Temperaturprofil, das das Regelsystem aufrechtzuerhalten versucht.
Ein vollständiger CIP-Zyklus umfasst fünf einzelne Phasen. Jede hat eine definierte Temperaturanforderung, Dauer und ein spezifisches Risiko, wenn sie übersprungen oder verkürzt wird.
| Reinigungsphase | Temperaturanforderung (°C) | Dauer | Risiko bei Auslassen oder Verkürzung |
|---|---|---|---|
| Vorspülung | Umgebungstemperatur | 5–10 Minuten | Organische Rückstände verbleiben |
| Laugenwäsche | 70–80 | 20–30 Minuten | Unvollständige Entfernung von Proteinen und Hefe |
| Zwischenspülung | Umgebungstemperatur | 5–10 Minuten | Laugenrückstände in der nächsten Charge |
| Säurewäsche | 60–70 | 15–20 Minuten | Mineralablagerungen und Bierstein-Aufbau |
| Sterile Endspülung | Umgebungstemperatur | 5 Minuten | Mikrobielle Kontamination der nächsten Gärung |
Die Laugenwäsche bei 70–80 °C stellt die höchste thermische Anforderung im Zyklus dar und erfordert dieselben Plattenwärmetauscher und Glykolkreisläufe wie oben beschrieben – diesmal allerdings in einer Heiz- statt Kühlfunktion. Bleibt die Laugenwäsche unterhalb ihrer Zieltemperatur, überleben Protein- und Heferückstände und bilden ein Substrat für Verderbnisorganismen.
Ein Tank, der organische Rückstände oder mikrobielle Kontamination in die nächste Charge überträgt, gärt nicht vorhersagbar.
Aus konstruktiver Sicht muss jede Komponente in der Kette der Gärtemperatur-Steuerung CIP-fähig sein. Das Alfa Laval Iso-Mix-System ist beispielsweise mit geringfügigen Anpassungen des normalen CIP-Ablaufs reinigbar und lässt sich in vollautomatisierte Brauereien integrieren – ein Beleg dafür, dass CIP-Kompatibilität eine zentrale Designanforderung im gesamten Alfa Laval Programm ist. Weitere Informationen darüber, wie CIP-Pumpen diese Reinigungszyklen unterstützen, finden Sie in unserem Ratgeber zu Cleaning-in-Place-Pumpen und -Prozessen.
Tellerseparatoren: Konsistente Ergebnisse durch kontrollierte Gärung
Der Separator ist der abschließende Prüfstein. Jede Temperaturentscheidung, die im vorgelagerten Prozess getroffen wurde – von der Würzekühlung über die Glykolzirkulation bis hin zur CIP-Hygiene – zeigt sich in der Trennleistung des Separators und letztlich in der Klarheit und im Geschmack des fertigen Bieres.
| Gärbedingung | Hefeeigenschaften | Trennleistung | Auswirkung auf die Bierklarheit |
|---|---|---|---|
| Gut kontrollierte Gärung | Kompakter, flockulenter Hefekuchen | Hoch | Helles, klares Bier mit geringer Trübung |
| Temperaturschwankungen vorhanden | Dispergierte Hefesuspension | Reduziert | Erhöhte Trübung |
| Vorzeitiger Temperaturabfall | Hefesedimentation vor vollständiger Vergärung | Variabel | Risiko einer Untervergärung und Restsüße |
| Übergärtemperatur | Gestresste Hefe mit schlechter Flockulation | Niedrig | Hoher Resthefe-Anteil und Fehlaroma-Risiko |
| Inkonsistente Abkühlung | Gemischte Hefe-Vitalitätszustände | Unvorhersehbar | Charge-zu-Charge-Inkonsistenz bei der Klarheit |
Wurde die Gärtemperatur gut kontrolliert, bildet die Hefe einen kompakten, flockulenten Kuchen, den ein Tellerseparator effizient abtrennen kann – das Ergebnis ist ein helles, klares Bier mit geringer Trübung. Im Gegensatz dazu verbleibt die Hefe bei Temperaturschwankungen während der Gärung dispergiert in Suspension, was die Trennleistung reduziert und die Trübung im Endprodukt erhöht. Eine Gärung bei zu hoher Temperatur stresst die Hefe so stark, dass sie schlecht flockuliert, was zu hohen Resthefegehalten und einem erhöhten Fehlaroma-Risiko führt.
Wurde die Gärtemperatur gut kontrolliert, bildet die Hefe einen kompakten, flockulenten Kuchen, den ein Tellerseparator effizient abtrennen kann – das Ergebnis ist ein helles, klares Bier mit geringer Trübung.
Ebenso wichtig ist die Aufrechterhaltung einer homogenen Feststoffbeladung beim Transfer vom Gärtank zum Separator. In der MBAA Technical Quarterly veröffentlichte Untersuchungen bestätigen, dass eine Durchmischung während des Transfers eine gleichmäßige Feststoffkonzentration aufrechterhält, die Trennleistung optimiert und das Durchschlagen von Partikeln in die nachgelagerte Filtration verhindert. Ein hermetisches, von unten beschicktes Separator-Design kann darüber hinaus den Verlust flüchtiger Aromastoffe bei der Separation minimieren.
Bei der Spezifikation eines Tellerseparators für den Brauerei-Einsatz sollten Sie auf hermetische Beschickung, einstellbare Feststoff-Entleerungsfrequenz und vollständige CIP-Integration achten. Alfa Laval Tellerseparatoren gehören zum Equipment-Portfolio, zu dem wir bei Euroflow beraten, und wir unterstützen Sie dabei, die Separator-Kapazität auf den Durchsatz und die Hefeeigenschaften Ihrer Brauerei abzustimmen.
Wartung: Die Temperatursteuerungskette zuverlässig halten
Jedes der oben beschriebenen Ausrüstungsteile trägt zu einem einzigen Ergebnis bei: einer stabilen Lagergärtemperatur. Wenn ein einzelnes Glied in der Kette an Leistung verliert, leidet die Präzision des gesamten Systems. Ein praxisgerechtes Wartungsprogramm sollte jede Ausrüstungskategorie abdecken.
Plattenwärmetauscher: Überprüfen Sie die Dichtungen regelmäßig auf Verschleiß und Leckage. Die Reinigungshäufigkeit sollte sich nach dem Proteingehalt der Würze richten – Sude mit höherer Stammwürze hinterlassen stärkere Ablagerungen auf den Plattenoberflächen. Kontrollieren Sie regelmäßig auf Kreuzkontamination zwischen der Glykolseite und der Produktseite, die Fehlaromen verursachen oder die Glykolkonzentration verdünnen kann.
Pumpen: Überwachen Sie Dichtungen und Lager auf frühe Verschleißanzeichen. Ein allmählicher Rückgang der Durchflussrate zeigt an, dass die Pumpe nicht mehr die stabile Glykolzirkulation liefert, für die das System ausgelegt wurde – und die weiter oben beschriebenen Temperaturgradienten entstehen erneut. Stellen Sie sicher, dass die Innenteile der Pumpe vollständig von den CIP-Zyklen erreicht werden.
Ventile: Vergleichen Sie die Stellzeiten der Antriebe mit den Originalspezifikationen. Prüfen Sie die Ventilsitze auf Verschleiß – ein verschlissener Sitz lässt Glykol an den Regelpunkten durchsickern und untergräbt die proportionale Dosierung, auf die das System angewiesen ist. Testen Sie die Not-Absperrfunktion regelmäßig und nicht nur bei der Inbetriebnahme.
CIP-Systeme: Stellen Sie sicher, dass jede Reinigungsphase ihre Temperatur- und Dauervorgaben gemäß der oben dargestellten CIP-Zyklusparameter-Tabelle einhält. Dokumentieren Sie die Zyklusaufzeichnungen zur Rückverfolgbarkeit. Unterschreitet die Laugenwäsche dauerhaft 70 °C, untersuchen Sie den Heizkreislauf, anstatt nur die Waschzeit zu verlängern.
Separatoren: Reinigen Sie den Trommelaufbau termingerecht und kalibrieren Sie die Feststoff-Entleerungszyklen entsprechend den Hefeeigenschaften Ihres aktuellen Gärprogramms. Vergleichen Sie die Trennergebnisse mit den Referenzwerten in der obenstehenden Separator-Tabelle – jede Verschiebung in Richtung erhöhter Trübung oder inkonsistenter Klarheit deutet auf ein Problem hin, das sowohl am Separator selbst als auch im vorgelagerten Prozess untersucht werden sollte.
Wartungs-Checkliste nach Ausrüstungskategorie:
- Plattenwärmetauscher – Dichtungen prüfen, Platten abhängig vom Würze-Proteingehalt reinigen, auf Glykol-Produkt-Kreuzkontamination kontrollieren.
- Pumpen – Dichtungen und Lager überwachen, Durchflussstabilität über die Zeit bestätigen, CIP-Abdeckung der Innenteile validieren.
- Ventile – Stellzeiten der Antriebe testen, Ventilsitze auf Verschleiß prüfen, Not-Absperrfunktion planmäßig verifizieren.
- CIP-Systeme – Einhaltung von Temperatur- und Dauervorgaben jeder Phase validieren, Zyklusaufzeichnungen dokumentieren.
- Separatoren – Trommelaufbau reinigen, Feststoff-Entleerungszyklen kalibrieren, Klarheitsergebnisse mit Referenzwerten vergleichen.
- Gesamtsystem – Ein Leistungsabfall an einem einzelnen Punkt wirkt sich auf die gesamte Temperatursteuerungskette aus.
Zusammenfassung und nächste Schritte
Die Steuerung der Lagergärtemperatur ist eine systemweite Herausforderung. Sie beginnt in dem Moment, in dem die Würze den Sudkessel verlässt, und endet nicht, bevor das geklärte Bier den Separator passiert hat. Plattenwärmetauscher setzen den thermischen Ausgangspunkt. Hygienische Pumpen halten das Glykol gleichmäßig durch die Tankmäntel fließend. Ventile regulieren diesen Durchfluss an fünf kritischen Regelpunkten. CIP-Zyklen schützen die biologische Umgebung im Tank. Und der Tellerseparator zeigt – durch Trennleistung und Bierklarheit –, ob die vorgelagerte Kette wie vorgesehen funktioniert hat.
Jede Ausrüstungskategorie muss innerhalb ihrer Spezifikation arbeiten, damit die nächste konsistente Ergebnisse liefern kann – die Kette ist nur so stark wie ihr schwächstes Glied.
Als Alfa Laval Exklusivdistributor für Süddeutschland (Postleitzahlen 66–99 und 07–08) unterstützt unser technisches Team bei Euroflow Brauereien bei der Auswahl und Dimensionierung der passenden Alfa Laval Prozesstechnik für ihre Gärtemperatur-Steuerungssysteme. Ob Sie Kreiselpumpen für Ihren Glykolkreislauf spezifizieren, Ventile für hygienische Prozesse auswählen oder Regel- und Rückschlagventile für Ihre Mantelkreisläufe prüfen – wir sind für Sie da. Nehmen Sie Kontakt mit unserem Team auf, um Ihre Brauereianforderungen zu besprechen – wir beraten Sie gerne zur Produktauswahl und Systemauslegung.