Moritz Drescher
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Vertriebsmitarbeiter

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DIN 11850 and EN 10357: hygienic tubes and fittings - Alfa Laval

DIN 11850 und EN 10357 sind die maßgeblichen Edelstahlnormen für hygienische Rohrleitungen in der Lebensmittel-, Molkerei-, Getränke- und Biotechnologieverarbeitung. EN 10357 löste DIN 11850 Anfang 2014 als einheitliche europäische Norm für geschweißte Edelstahlrohre für die Lebensmittel- und Chemieindustrie ab. Obwohl beide dieselbe metrische Maßlogik für Hochreinheitsanwendungen definieren, ist EN 10357 heute die gültige Spezifikation, während DIN 11850 offiziell zurückgezogen wurde.

Unsere Erfahrung mit hygienischen Prozessinstallationen zeigt, dass die Bezeichnung DIN 11850 in älteren Projektspezifikationen und bei Altzulieferern noch häufig auftaucht. Das Verständnis der Beziehung zwischen diesen beiden Normen stellt sicher, dass Sie Komponenten mit der richtigen Wanddicke und Innenoberflächengüte auswählen – wesentlich für die Aufrechterhaltung der baulichen Integrität und zur Verhinderung von Bakterienentwicklung in sensiblen Produktionsumgebungen.

Wichtige Fakten auf einen Blick

  • EN 10357 ist die aktuelle gültige europäische Norm für hygienische Edelstahlrohre und hat DIN 11850 im Jahr 2014 abgelöst.
  • Die Norm definiert drei Rohrserien: A (Standard), B (mittlere Wanddicke) und C (schwere Wanddicke) für unterschiedliche Druckanforderungen.
  • Zugelassene Werkstoffe umfassen die Edelstahlgüten 304 und 316L, die in der Regel mit einem 3.1-Zertifikat gemäß EN 10204 geliefert werden.
  • Die Innenoberflächengüten für die Hygienic-Reihe sind mit Ra < 0,8 µm spezifiziert, um Reinigbarkeit und Korrosionsbeständigkeit sicherzustellen.
  • UltraPure-Reihen für den pharmazeutischen Einsatz erfüllen die ASME-BPE-Standards mit Innenoberflächengüten bis Ra < 0,38 µm.

Von DIN 11850 zu EN 10357: Was sich geändert hat und warum

Der Übergang zu EN 10357 sollte die technischen Anforderungen in Europa harmonisieren. Die Maßgeometrie der Serien A und B ist zwischen den beiden Normen weitgehend identisch geblieben, sodass moderne Rohre mit DIN 11852-Armaturen und DIN 11851-Verbindungen aus dem Altbestand kompatibel sind. EN 10357 liefert jedoch spezifischere Rauheitswerte (Ra) und führt Serie C für Anwendungen mit schwererer Wanddicke ein.

Ein wesentlicher Unterschied ist, dass EN 10357 explizit auf EN 10088 für die Werkstoffzusammensetzung verweist. Während DIN 11850 historisch gesehen einige Hinweise zu Druckwerten bei 20 °C und 150 °C lieferte, geben viele moderne technische Datenblätter für hygienische Armaturen, wie die der Alfa Laval-Reihe, spezifische Betriebswerte basierend auf dem Verbindungstyp an. Beispielsweise kann eine 1-Zoll-Tri-Clamp-Verbindung (25,4 mm) bei 20 °C (70 °F) mit Standard-Buna-N-Dichtungen einen Betriebsdruck von 34,5 bar (500 psi) aufweisen.

Parameter DIN 11850 EN 10357 Wesentlicher Unterschied
Anwendungsbereich Hygienische Edelstahlrohre Hygienische Edelstahlrohre EN 10357 ersetzt DIN 11850
Serien A, B A, B, C EN 10357 ergänzt Serie C
Maßgrundlage Metrisch Metrisch Weitgehend identisch
Werkstoffspezifikation DIN 11850 EN 10357 / EN 10088 EN 10357 verweist auf EN 10088
Oberflächengüte Grundlegende Anforderungen Detaillierte Ra-Werte EN 10357 spezifischer
Aktueller Status Zurückgezogen Gültig Aktuelle europäische Norm
EN 10357 bietet einen einheitlichen europäischen Rahmen, der Maßnormen für hygienische Rohre konsolidiert und gleichzeitig strengere Spezifikationen für die Oberflächenrauheit einführt.

Die drei Rohrserien: A, B und C

Gemäß EN 10357 werden Rohre in drei Serien eingeteilt. Die Wahl der richtigen Serie ist entscheidend, da eine falsche Wanddicke an Verbindungen innere Absätze erzeugen kann, die die spaltfreien Innenbereiche beeinträchtigen, die für CIP-Systeme (Cleaning-in-Place) erforderlich sind.

Serie Normreferenz Wanddicke Typische Anwendung
Serie A DIN 11850 Serie A / EN 10357 Serie A Leichte Wanddicke Molkerei- und Lebensmittelverarbeitung
Serie B DIN 11850 Serie B / EN 10357 Serie B Mittlere Wanddicke Pharmazeutik und Biotechnologie
Serie C EN 10357 Serie C Schwere Wanddicke Hygienische Hochdruckanwendungen

Für die meisten Standardaufgaben sind Produkte der Hygienic-Reihe geeignet. Aufgaben mit besonders hohen Anforderungen an Hygiene und Reinigbarkeit, wie in der Pharmaindustrie, setzen jedoch häufig auf die UltraPure-Reihe. Diese Komponenten werden unter besonders strengen Qualitätskontrollmethoden gefertigt, bei denen das Rohrprodukt nach dem Kaltverformen in der Größe angepasst wird, um sicherzustellen, dass die Unrundheit innerhalb der vorgeschriebenen Toleranzen liegt.

Maßdaten: Serie A, B und Toleranzen

Die folgenden Tabellen enthalten die metrischen Maße für Rohre der Serie A und Serie B. Diese Maße sind die Grundlage für die Auswahl kompatibler Bögen, T-Stücke und Reduzierstücke.

Tabelle 2 — Maße der Rohre Serie A
Nennweite DN Außendurchmesser mm Wanddicke mm Innendurchmesser mm Masse pro Meter kg/m
10 13 1 11 0,29
15 18 1 16 0,41
20 23 1,5 20 0,67
25 29 1,5 26 0,87
32 35 1,5 32 1,06
40 41 1,5 38 1,25
50 53 1,5 50 1,63
65 70 2 66 2,6
80 85 2 81 3,18
100 104 2 100 5,01
Tabelle 3 — Maße der Rohre Serie B
Nennweite DN Außendurchmesser mm Wanddicke mm Innendurchmesser mm Masse pro Meter kg/m
10 13 1,5 10 0,42
15 18 1,5 15 0,6
20 23 1,5 20 0,77
25 29 1,5 26 0,97
32 35 1,5 32 1,16
40 41 1,5 38 1,35
50 53 1,5 50 1,73
65 70 2 66 2,6
80 85 2 81 3,18
100 104 2 100 5,01
Tabelle 4 — Maßtoleranzen
Parameter Toleranzklasse Toleranzwert Anwendbare Norm Hinweise
Außendurchmesser Normal ±0,5 mm DIN 11850 / EN 10357
Außendurchmesser Präzision ±0,2 mm EN 10357 Für Hochreinheitsanwendungen
Wanddicke Alle ±10 % DIN 11850 / EN 10357
Geradheit Alle 1 mm pro m EN 10357
Länge Alle 0 / +10 mm EN 10357 Zufällige Länge
Länge Alle ±1 mm EN 10357 Festlänge
Die Aufrechterhaltung der Wanddickenintegrität ist entscheidend, weshalb für alle kaltgeformten rohrförmigen Produkte Rohre der Herstellungsklasse mit minimaler Wanddicke verwendet werden.

Die richtige Serie wählen

  1. Feststellen, ob es sich um eine Standard-Lebensmittel-/Molkereianlage (Serie A) oder eine Hochdruck-/Pharmaanwendung (Serie B/C) handelt.
  2. Nennweite (DN) gegen den erforderlichen Außendurchmesser prüfen, um Verbindungsfehler zu vermeiden.
  3. Prüfen, ob das System Orbitalschweißen verwendet; falls ja, sicherstellen, dass die Rohrenden eine maschinell gefertigte rechtwinklige Schnittfläche aufweisen.
  4. Materialtestberichte (MTRs) auf Rückverfolgbarkeit prüfen, insbesondere bei Verwendung von 316L-Edelstahl.

Zugelassene Werkstoffgüten und Korrosionsbeständigkeit

Die chemische Zusammensetzung des Stahls ist sowohl für die Schweißbarkeit als auch für die Korrosionsbeständigkeit von entscheidender Bedeutung. In der Hygienic-Reihe sind produktberührte Stahlteile hauptsächlich in 304, 304L, 316 und 316L erhältlich. Wir wählen 1.4404 (316L) als unseren Standard für Hochleistungsanwendungen, da er den korrosiven Anforderungen moderner Prozesse effektiv entspricht.

Tabelle 5 — Zugelassene Werkstoffe
Werkstoffgüte Europäische Bezeichnung Zusammensetzung Typische Anwendung Korrosionsbeständigkeit
304 1.4301 X5CrNi18-10 Allgemeine Lebensmittel- und Getränkeindustrie Gut
304L 1.4307 X2CrNi18-9 Molkerei, Getränke Verbessert (kohlenstoffarm)
316 1.4401 X5CrNiMo17-12-2 Pharma, Biotechnologie Sehr gut
316L 1.4404 X2CrNiMo17-12-2 Pharma, Hochreinheit Ausgezeichnet (kohlenstoffarm)
316L 1.4435 X2CrNiMo18-14-3 Hochreinheit, aggressive Medien Überragend

Bei Tri-Clover UltraPure ASME-BPE-Schweißenden wird der Schwefelgehalt streng zwischen 0,005 % und 0,017 % kontrolliert, um präzise und gleichmäßige Orbitalschweißergebnisse zu gewährleisten. Diese metallurgische Präzision ermöglicht es, das Produkt in einem sauberen, für das Orbitalschweißen geeigneten Zustand auf der Baustelle einzusetzen, bereit für die Installation in pharmazeutischen oder biotechnologischen Umgebungen.

Anforderungen an die Oberflächengüte gemäß EN 10357

Die Oberflächentextur ist ein wesentliches Unterscheidungsmerkmal im hygienischen Design. Unsere Philosophie ist es, eine einheitliche Oberflächenbeschaffenheit zu schaffen, die den Standardanforderungen wie EHEDG und 3A entspricht oder diese übertrifft. Mechanisches Polieren ist der übliche Prozess zur Erreichung der erforderlichen Oberflächengüte.

Oberflächenanforderungen nach EN 10357

Die Oberflächenbeschaffenheit ist ein wichtiges Unterscheidungsmerkmal im hygienischen Design. Unsere Philosophie ist es, eine einheitliche Oberflächengüte anzubieten, welche die Standardanforderungen wie EHEDG und 3A erfüllt oder übertrifft. Mechanisches Polieren wird durch den Einsatz einer progressiven Serie von Schleifmitteln erreicht, von niedriger bis hoher Körnung, was eine wirtschaftliche Reinigung ermöglicht.

  • H3-Bezeichnung
Tabelle 6 — Anforderungen an die Oberflächengüte
Oberflächenposition Oberflächentyp Ra Maximum µm Verfahren Anwendbarer Standard
Innen Mechanisch poliert 0,8 Polieren EN 10357
Elektropoliert Elektropoliert 0,6 Elektropoliert EN 10357
Außen Mechanisch poliert 1,6 Polieren EN 10357
Außen Unbearbeitet 3,2 Wie gefertigt EN 10357
Dichtfläche Feingeschliffen 0,8 Polieren DIN 11866 / EN 10357

Elektropolieren fördert eine chromangereicherte Oberflächenschicht, die die Korrosionsbeständigkeit maximiert und gleichzeitig die Bakterienentwicklung in Oberflächenkavitäten minimiert. Alle Armaturen, ob mechanisch oder elektropoliert, werden einer 100%igen Sichtprüfung unterzogen, und die Oberflächengüte wird mit einem kalibrierten Oberflächenmessgerät überprüft, um sicherzustellen, dass der maximale Rauheitsmittelwert (Ra) nicht überschritten wird.

Elektropolieren maximiert die Korrosionsbeständigkeit und minimiert die Bakterienentwicklung und ist daher ideal für Anwendungen mit besonders hohen Anforderungen an die Hygiene.

Einsatzbereiche von DIN 11850 und EN 10357 Rohren

Diese Normen bilden die Grundlage für die Fluidhandhabung in mehreren Schlüsselindustrien. In der Lebensmittel- und Molkereiverarbeitung sind sichere, selbstausrichtende Verbindungen und glatte Innenbereiche für die CIP-Konformität mit 3A-Standards unerlässlich. Typische Komponenten umfassen Tri-Clamp-Anschlüsse, die der Industriestandard zur Vereinfachung von Design und Installation sind.

In der Biotechnologie und Pharmaindustrie liegt der Schwerpunkt auf der UltraPure-Reihe. Diese Artikel werden einzeln verschlossen und in Beuteln verpackt, um ihren sauberen Zustand für das Orbitalschweißen zu erhalten. Ob für WFI (Wasser für Injektionszwecke) oder den Transport von Wirkstoffen verwendet – die Kombination aus ASME BPE-Konformität und rückverfolgbaren Schmelznummern stellt sicher, dass die Prozessvalidierung unkompliziert ist.

Hygienische Rohre korrekt spezifizieren

Bei der Spezifikation von Rohren für ein neues Projekt empfehlen wir, eine klare Checkliste zu befolgen, um die Kompatibilität der Komponenten sicherzustellen. Bei Alfa Laval werden alle Produkte mit einem Strichcode, Produktinformationen und dem Herstellungsdatum gekennzeichnet, um eine optimale Identifikation zu gewährleisten.

  • Reihe festlegen: Bestimmen Sie, ob Sie die Hygienic-Reihe (Standardanwendungen) oder die UltraPure-Reihe (hohe Reinheitsanforderungen) benötigen.
  • Werkstoff wählen: Wählen Sie zwischen 304 oder 316L basierend auf den Anforderungen an die chemische Zusammensetzung.
  • Oberfläche festlegen: Geben Sie den erforderlichen Ra-Wert an (z. B. < 0,8 µm) und ob Elektropolieren erforderlich ist.
  • Anschlusstyp: Wählen Sie zwischen orbital schweißbaren Tri-Weld-Enden oder selbstausrichtenden Tri-Clamp-Anschlüssen.
  • Dichtungsauswahl: Wählen Sie geeignete Dichtungswerkstoffe wie EPDM, NBR oder PTFE basierend auf dem Produkt und der Prozesstemperatur.
Tabelle 7 — Vergleich DIN 11850 und EN 10357
Parameter DIN 11850 EN 10357 Wesentlicher Unterschied
Anwendungsbereich Hygienische Rohre aus nichtrostendem Stahl Hygienische Rohre aus nichtrostendem Stahl EN 10357 ersetzt DIN 11850
Reihen A, B A, B, C EN 10357 ergänzt Reihe C
Maßgrundlage Metrisch Metrisch Weitgehend identisch
Werkstoffspezifikation DIN 11850 EN 10357 / EN 10088 EN 10357 verweist auf EN 10088
Oberflächengüte Grundlegende Anforderungen Detaillierte Ra-Werte EN 10357 spezifischer
Aktueller Status Zurückgezogen Aktiv Aktuell gültige Norm

Wie Euroflow helfen kann

Die Umstellung von herkömmlichen DIN-Referenzen auf moderne EN-Normen erfordert technisches Fachwissen. Unser Team unterstützt Ingenieure und Einkaufsspezialisten bei der Auswahl der genauen Rohrreihe und Oberflächenspezifikationen, die für einen normkonformen Betrieb erforderlich sind. Ob Sie eine Hochdruck-Pharmalinie oder einen Molkereiprozess planen – wir bieten die technische Beratung, um sicherzustellen, dass Ihre Systemkomponenten perfekt aufeinander abgestimmt sind, von Dichtringen bis hin zu Orbital-Schweißarmaturen.

Moritz Drescher

Vertriebsmitarbeiter

Ich bin Moritz Drescher und arbeite seit mehr als vier Jahren im technischen Vertrieb der Euroflow GmbH. Als Braumeister und Industrielektroniker verbinde ich praktisches Prozesswissen mit elektrotechnischem Know-how. Ich prüfe Anforderungen praxisnah, erarbeite gemeinsam mit Partnern umsetzbare Lösungsvorschläge, berate zur passenden Komponentenwahl und bleibe auch nach der Entscheidung als verlässlicher Ansprechpartner erreichbar. Mein Fokus liegt auf einfacher Umsetzbarkeit, wirtschaftlichen Ergebnissen sowie Qualitäts- und Hygieneanforderungen.

FAQ

Technisch gesehen wurde DIN 11850 zurückgezogen und durch EN 10357 ersetzt. Da die Maße für Reihe A und B jedoch identisch sind, werden viele Systeme mit beiden Bezeichnungen beschrieben. Für Neuinstallationen empfiehlt es sich, EN 10357 anzugeben, um der aktuellen europäischen Harmonisierung zu entsprechen.

Die Standard-Innenoberflächengüte für die Hygienic-Reihe beträgt Ra &lt; 0,8 µm. Diese Rohre und Armaturen werden mit einem 3.1-Zertifikat gemäß EN 10204 geliefert, um die Rückverfolgbarkeit des Werkstoffs sicherzustellen.

Ein kontrollierter Schwefelgehalt (0,005–0,017 %) ist eine Anforderung des ASME BPE-Standards. Er stellt sicher, dass bei der Verwendung von Orbitalschweißgeräten die Schweißeinbrandtiefe gleichmäßig ist und die endgültige Verbindung eine höchste strukturelle Integrität aufweist.

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